| Nur zwei Drittel der 15- bis 16-Jährigen wissen, was sie tun können, wenn online jemand etwas macht, das sie stört. | |||||||
| Antworten in % der Gruppen auf die Frage: Welche der folgenden Punkte treffen auf dich zu? | |||||||
| alle | 9-10 | 11-12 | 13-14 | 15-16 | Mädchen | Jungen | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Ich weiss, was ich tun kann, wenn jemand online/im Internet etwas macht, das mich stört |
52%
|
25 | 53 | 63 | 65 | 51 | 53 |
| Ich fühle mich online/im Internet sicher |
39%
|
27 | 33 | 42 | 53 | 29 | 48 |
| Ich finde, die anderen Leute online/im Internet sind freundlich und hilfsbereit |
20%
|
17 | 18 | 23 | 21 | 18 | 21 |
| n Alle und Alter = 1390, n Mädchen/Jungen = 1349. | |||||||
4 Einstellungen zu und Umgang mit Risiken
Das Internet eröffnet Kindern und Jugendlichen eine Welt voller Möglichkeiten. Sie nutzen verschiedene Geräte und führen die verschiedensten Tätigkeiten aus (vgl. Kapitel 2). Dabei sind die Inhalte, auf die sie treffen und die Plattformen, die sie nutzen, oft wenig moderiert. Zudem kann sich jede und jeder auch als Produzent von Inhalten und als Kommunikationspartner einbringen. Damit einher geht auch das Potenzial, mit Risiken in Kontakt zu kommen.
4.1 Sicherheitsempfinden im Internet
Nur eine Minderheit von 39% aller befragten Kinder und Jugendlichen fühlt sich online sicher (Tabelle 4.1). Dieser Wert ist bei Mädchen (29%) im Vergleich zu Jungen (48 %) noch deutlich tiefer. Zwar nimmt das Sicherheitsempfinden mit dem Alter zu, doch auch bei den 15/16-Jährigen fühlt sich nur etwa die Hälfte der Befragten online sicher (53%).
Eine ähnliche Zunahme mit dem Alter zeigt sich bei der Selbsteinschätzung, ob sie wissen, was sie tun können, wenn jemand online etwas macht, das sie stört: Der Anteil steigt von 25% bei den 9/10-Jährigen auf 65% bei den 15/16-Jährigen. Für alle Befragten bleibt der Anteil derjenigen, die sich in einer solchen Situation zu helfen wissen, mit einem Mittelwert über alle Kinder und Jugendlichen von 52% jedoch eher gering.
Noch niedrigere Werte zeigen sich bei der Einschätzung von Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft im Netz: Nur 20% der Kinder und Jugendlichen sind der Meinung, dass andere Personen im Internet freundlich und hilfsbereit sind.
4.2 Negative Erfahrungen im Internet
Rund ein Drittel (34%) der Befragten gibt an, innerhalb der vergangenen 12 Monate unangenehme Erlebnisse im Internet gehabt zu haben (Abbildung 4.1). 10% haben solche Erfahrungen mindestens monatlich oder sogar häufiger gemacht. Besonders betroffen ist die Gruppe der 15/16-Jährigen. Hier berichten 43% von unangenehmen Erlebnissen und 15%, dass dies mindestens einmal pro Monat oder häufiger der Fall war.
Alle, die von unangenehmen Erfahrungen innerhalb der letzten 12 Monate berichtet haben, wurden auch danach gefragt, ob sie mit jemandem darüber gesprochen haben (vgl. Tabelle 4.2). Die wichtigsten Ansprechpersonen sind Freundinnen und Freunde, die von 27% der Befragten ins Vertrauen gezogen wurden. Danach folgen die Eltern mit 22% und die Geschwister mit 10%.
Bei dieser allgemeinen Frage zu Ansprechpersonen bei unangenehmen Themen gibt mit 13% nur ein kleiner Teil an, mit niemandem über das Erlebte gesprochen zu haben. Je nach Art des abgefragten Risikos kann der Anteil aber höher sein (siehe nachfolgende Kapitel).
| Am häufigsten wird mit Freunden und den Eltern über Unangenehmes im Internet gesprochen | |
| Antworten in % aller Befragten, die in den letzten 12 Monaten etwas Unangenehmes im Internet erlebt haben. | |
| Gesprochen mit | in % |
|---|---|
| Einem Freund / einer Freundin (ungefähr gleich alt wie ich) | 27 |
| Meiner Mutter oder meinem Vater (oder Erziehungsberechtigte) | 22 |
| Ich habe mit niemandem gesprochen | 13 |
| Meinem Bruder oder Schwester (auch Stiefgeschwister, Pflegegeschwister oder Halbgeschwister) | 10 |
| Ich weiss es nicht | 7 |
| Möchte ich nicht sagen | 4 |
| Einer anderen erwachsenen Person, der ich vertraue | 3 |
| Jemand, mit dem ich online/im Internet spreche | 3 |
| Meinem Grossvater oder meiner Grossmutter | 2 |
| Einer Lehrerin / einem Lehrer | 2 |
| Jemand anderem | 2 |
| Jemand, dessen Beruf es ist, Kindern zu helfen | 1 |
| Alle Befragten, die im letzten Jahr etwas Unangenehmes online erlebt haben, n = 713. | |
4.3 Massnahmen bei unangenehmen Erlebnissen
Jene, die im letzten Jahr unangenehme Erfahrungen im Internet gemacht haben, wurden auch gefragt, welche Massnahmen sie daraufhin ergriffen haben und als wie wirkungsvoll sie diese empfanden (siehe Tabelle 4.3).
Am häufigsten wurde versucht, das Problem zu ignorieren (49% aller Befragten). Besonders bei den älteren Befragten war dieses Ignorieren offenbar eine relativ erfolgreiche Strategie: 45–49% der 11- bis 16-Jährigen empfanden diese Reaktion als wirksam. Insgesamt am erfolgreichsten war jedoch das Blockieren einer Person – mit einer Erfolgsquote zwischen 69 und 77% bei den 11- bis 16-Jährigen. Auffällig ist, dass viele der häufiger berichteten Massnahmen von den jüngsten Befragten (9/10-Jährige) nicht nur seltener angewendet, sondern auch als weniger erfolgreich eingeschätzt werden.
Eher selten hatten die Befragten Erfolg, wenn sie versucht haben, sich an der anderen Person zu rächen (18-38%) oder wenn sie ihre Online-Freunde um Hilfe gebeten haben (24-27%). Allerdings bedeutet dies nicht, dass diese Verhaltensweisen weniger sinnvoll sind - immerhin haben sie gut einem Viertel der Betroffenen geholfen, ein Problem zu lösen.
Die Daten zeigen, dass Kinder und Jugendliche eine Vielzahl von Strategien anwenden. Jede der 13 genannten Massnahmen wurde von mindestens einem Viertel der Befragten angewendet. Eine tiefe Erfolgsquote bei den Massnahmen bedeutet nicht, dass diese per se schlecht ist. Vielmehr deuten die Zahlen darauf hin, dass es entscheidend ist, Kindern und Jugendlichen aufzuzeigen, wann der Einsatz welcher Strategie sinnvoll ist.
| Probleme zu ignorieren häufigste Massnahme, unliebsame Personen zu blockieren jedoch effektivste | |||||||||
| Antworten in % der Gruppen auf die Frage: Das letzte Mal, als du online/im Internet Probleme mit etwas oder jemandem hattest, und es dich gestört hat oder dir unangenehm war, hast du eines dieser Dinge getan? | |||||||||
| alle |
in % aller, die etwas Unangenehmes erlebt haben
|
in % aller, die es damit versucht haben und erfolgreich waren
|
|||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 9-10 | 11-12 | 13-14 | 15-16 | 9-10 | 11-12 | 13-14 | 15-16 | ||
| Ich habe das Problem ignoriert und gehofft, es würde von alleine weggehen |
49%
|
35 | 48 | 53 | 60 | 36 | 48 | 45 | 49 |
| Ich habe die Person blockiert |
46%
|
23 | 45 | 54 | 61 | 51 | 69 | 70 | 77 |
| Ich habe das Fenster oder die App zugemacht oder bin weggegangen |
45%
|
30 | 47 | 49 | 56 | 33 | 41 | 53 | 47 |
| Ich habe versucht, die andere Person dazu zu bringen, mich in Ruhe zu lassen. |
37%
|
29 | 42 | 40 | 37 | 27 | 50 | 35 | 33 |
| Ich habe das Problem im Internet/in der App gemeldet (z. B. «Missbrauch melden», «Beitrag melden» oder etwas Ähnliches). |
35%
|
21 | 36 | 41 | 43 | 22 | 39 | 35 | 43 |
| Ich habe mich ein bisschen schuldig gefühlt, dass das passiert ist |
33%
|
24 | 39 | 34 | 37 | 32 | 23 | 18 | 22 |
| Ich habe jemanden aus meinem Umfeld (z. B. Freunde oder Familie) um Hilfe gebeten (nicht im Internet/online) |
32%
|
23 | 37 | 35 | 32 | 27 | 46 | 45 | 35 |
| Ich habe alle Nachrichten von dieser anderen Person gelöscht |
31%
|
23 | 33 | 33 | 38 | 30 | 39 | 38 | 43 |
| Ich bin nicht mehr auf diese Seite oder in diese App gegangen |
30%
|
22 | 34 | 31 | 34 | 27 | 41 | 41 | 32 |
| Ich habe versucht, mich an der anderen Person zu rächen. |
28%
|
24 | 32 | 28 | 31 | 38 | 18 | 22 | 16 |
| Ich habe das Problem einem Erwachsenen oder einer speziellen Stelle gemeldet (nicht im Internet) |
28%
|
19 | 33 | 31 | 30 | 25 | 46 | 38 | 23 |
| Ich habe meine Privatsphäre- oder Kontakteinstellungen geändert |
27%
|
21 | 30 | 28 | 31 | 32 | 41 | 35 | 29 |
| Ich habe meine Online-Freunde um Hilfe gebeten |
26%
|
19 | 31 | 27 | 28 | 27 | 25 | 24 | 24 |
| Ich habe etwas anderes gemacht |
25%
|
20 | 24 | 28 | 29 | 46 | 31 | 36 | 29 |
| Alle Befragten, die im letzten Jahr etwas Unangenehmes online erlebt haben, n = 713. | |||||||||
4.4 Gewünschte Unterstützung
Kinder und Jugendliche wünschen sich in verschiedenen Bereichen der Internetnutzung Unterstützung (Tabelle 4.4).
Jeweils etwa ein Drittel der Befragten hätte gerne mehr Hilfe und Tipps bei der Beurteilung von Fake News (37%), beim Schutz der eigenen Daten online (35%) oder dabei, wie sie anderen im Falle von Cybermobbing helfen können (31%). Auch den Wunsch nach Tipps, wie man die im Internet verbrachte Zeit gut einteilen kann, hat über ein Viertel (28%) der Befragten - und über ein Drittel (35%) der 15/16-Jährigen. Das Bedürfnis nach diesen Hilfestellungen ist grösser als jenes nach Tipps zum Umgang mit unangenehmen Erlebnissen (23%). Möglicherweise nimmt dieser Wunsch mit dem Sprung von 13/14 (27%) zu 15/16 (23%) Jahren wieder leicht ab, wobei dies aufgrund des kleinen Unterschiedes nicht mit Sicherheit festgestellt werden kann.
Weniger Interesse zeigen die Befragten an Unterstützung bei der Auswahl von Personen, mit denen sie online kommunizieren (16%) oder bei der Einschätzung, wann persönliche Informationen geteilt werden sollten und wann nicht (15%).
Generell geben Mädchen etwas häufiger an, an Unterstützung interessiert zu sein. Ein besonders grosser Unterschied zeigt sich hierbei bei dem Wunsch, mehr Tipps und Hilfestellungen zum Thema Fake News zu erhalten.
| Jugendliche wünschen sich mehr Tipps zu Fake News, zum Datenschutz und dazu, wie man anderen hilft, die gemobbt werden. | ||||||
| Antworten in % der Gruppen, die auf die folgende Frage mit ‘Ja’ geantwortet haben: Manchmal braucht man Hilfe, um im Internet sicher zu sein. Hier siehst du eine Liste mit Themen, zu denen Leute vielleicht Fragen haben. Brauchst du zu einem dieser Themen Hilfe oder Tipps? | ||||||
| alle | 11-12 | 13-14 | 15-16 | Mädchen | Jungen | |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Tipps, wie ich echte Nachrichten von Fake News unterscheiden kann |
37%
|
28 | 40 | 43 | 45 | 30 |
| Tipps, wie ich meine Daten vor Firmen oder Regierungen schütze, die mein Verhalten im Internet verfolgen könnten. |
35%
|
23 | 40 | 42 | 39 | 32 |
| Tipps, wie ich anderen helfen kann, wenn ich sehe, dass sie online gemobbt werden. |
31%
|
21 | 34 | 36 | 37 | 25 |
| Tipps, wie ich die Zeit, die ich online/im Internet verbringe, gut einteilen kann. |
28%
|
17 | 34 | 35 | 31 | 26 |
| Tipps, wie ich mit unangenehmen Erlebnissen im Internet umgehen kann. |
23%
|
18 | 27 | 23 | 26 | 20 |
| Tipps wie ich mich online für etwas einsetzen kann (zum Beispiel bei online Diskussionen mitmachen oder Dinge tun, um das Leben in meiner Gemeinde, meiner Region oder meinem Land zu verbessern). |
22%
|
17 | 23 | 27 | 25 | 20 |
| Tipps, wie ich mich online/im Internet über Politik oder wichtige Ereignisse in der Welt informieren kann. |
18%
|
11 | 20 | 22 | 19 | 17 |
| Tipps, mit wem ich online sprechen sollte und mit wem lieber nicht |
16%
|
13 | 18 | 16 | 18 | 14 |
| Tipps, wann es ok ist, persönliche Informationen online zu teilen, und wann nicht. |
15%
|
11 | 16 | 16 | 16 | 14 |
| Alle und Altersgruppen n = 1036, Geschlechtergruppen n = 1009. | ||||||
