11  Mediation der Internetnutzung durch die Eltern

11.1 Kommunikation mit den Eltern

Das Internet wird oft allein genutzt, weshalb Eltern darauf angewiesen sind, dass ihre Kinder ihnen bei Bedarf von störenden oder verärgernden Erlebnissen erzählen. Die Einschätzung der Kinder, wie einfach es ist, mit den Eltern über solche Erlebnisse zu sprechen, ist daher eine wichtige Voraussetzung, um Risiken zu minimieren.

58% aller 11- bis 16-Jährigen finden es einfach, sich mit ihren Eltern über Dinge auszutauschen, die sie verärgern oder stören. Bei dieser Frage wollten sich insbesondere viele (39%) der jüngeren Befragten (11/12 Jahre) nicht festlegen und haben keine Antwort gegeben. Teenager (ab 13 Jahren) beziehen klarer Stellung und bei den 15/16-Jährigen geben rund zwei Drittel (68%) an, dass ihnen der Austausch mit den Eltern leichtfällt. 17% geben an, dass dies eher schwierig oder sehr schwierig ist (Abbildung 11.1).

Abbildung 11.1: Austausch mit den Eltern
Antworten in % der Gruppe auf die Frage: Wie einfach ist es für dich, mit deinen Eltern (oder Erziehungsberechtigten) über Dinge zu sprechen, die dich verärgern oder stören?

11.2 Mediation durch Eltern

Für Eltern gibt es zahlreiche Möglichkeiten, die Internetnutzung ihrer Kinder zu begleiten. So legen sie zum Beispiel fest, wie häufig ihre Kinder das Internet nutzen dürfen. Der Grossteil (61%) der Befragten gibt an, dass die Eltern ihnen oft oder ständig erlauben, ins Internet zu gehen. Andere erfahren mehr Beschränkungen, wobei 5% angeben, dass ihre Eltern ihnen nie erlauben, online zu gehen. Dieser Anteil beträgt bei den 11/12-Jährigen 15% und pendelt sich bei den 13/14-Jährigen und den 15/16-Jährigen bei 5% ein.

Mehr als die Hälfte der Befragten (59%) gibt an, dass ihre Eltern Verständnis haben, wenn ihnen im Umgang mit dem Internet Fehler passieren. Gut die Hälfte (48%) der Befragten gibt zudem an, dass ihnen die Eltern zuhören, wenn sie die geltenden Regeln zur Internetnutzung ändern möchten. Eine weitere wichtige Begleitmassnahme der Eltern sind Erklärungen dafür, warum man bestimmte Dinge im Internet nicht machen darf (52%) oder warum bestimmte Inhalte gut oder schlecht sind (51%). Eine wichtige Rolle spielen Eltern auch beim im Blick halten der online verbrachten Zeit. 53% der Befragten geben an, dass ihre Eltern das machen, 36% geben an, dass dies oft - ständig der Fall ist. Diese Tätigkeiten der Eltern nehmen mit zunehmendem Alter nicht zwingend ab. 26% der 11/12-Jährigen berichten, dass ihre Eltern sie mindestens manchmal dazu ermuntern, Dinge im Internet selber auszuprobieren und zu lernen, während dies sogar 44% der 15/16-Jährigen berichten.

Nicht nur die Eltern bieten den Kindern Hilfestellungen, auch die Kinder sind für die Eltern eine Ressource im Umgang mit dem Internet. 45% der Befragten geben an, dass sie von ihren Eltern um Hilfe gebeten werden, wenn für diese online etwas zu schwierig ist.

Auffallend ist, dass immer noch viele Eltern nicht mit ihren Kindern darüber sprechen, was diese online machen. Nur 30% der Befragten geben an, dass ihre Eltern das mindestens manchmal machen. Dieser Wert steigt mit zunehmendem Alter von 20% bei den 11/12-Jährigen auf 38% bei den 15/16-Jährigen.

Abbildung 11.2: Begleitmassnahmen der Eltern
Antworten in % auf die Frage: Wenn du an deine Online- / Internetnutzung denkst, wie oft tun deine Eltern (oder Erziehungsberechtigten) eines dieser Dinge?

11.3 Technische Mediation

Eltern haben auch viele technische Möglichkeiten, die Internetnutzung ihrer Kinder zu beeinflussen. Über ein Drittel (39%) der Eltern prüft, welche Inhalte sich ihre Kinder online ansehen oder welche Apps sie verwenden (Abbildung 11.3). Sie lassen sich auch benachrichtigen, wenn ihre Kinder In-App-Käufe vornehmen möchten (34%). 23% der Kinder geben an, dass ihre Eltern Apps oder Dienste verwenden, um ihren Standort abzufragen. Laut den befragten Kindern schränken nur sehr wenige Eltern (6%) die Kontakte ein, mit denen man Nachrichten austauschen oder die man anrufen kann. Auch Ad-Blocker zum Ausblenden von Werbung werden selten verwendet (8%).

Abbildung 11.3: Technische Begleitmassnahmen der Eltern
Antworten in % auf die Frage: Machen deine Eltern (oder Erziehungsberechtigten) folgende Dinge?

Bemerkenswert ist die hohe Zahl der fehlenden Antworten. Vergleichsweise viele der befragten 11- bis 16-Jährigen wollten oder konnten bei den Fragen zu diesen technischen Begleitmassnahmen keine Auskunft geben. Da es in diesen Fragen nicht um besonders sensible Themen geht, könnte dies ein Hinweis darauf sein, dass viele Kinder und Jugendliche nicht wissen, welche technischen Werkzeuge ihre Eltern zur Begleitung ihrer Internetnutzung einsetzen.